Maßhaltigkeit im µm-Bereich
Engste Toleranzen entstehen nicht aus dem Sinterprozess, sondern erst durch präzise Hartbearbeitung nach dem Brand.
In der Mikrosystemtechnik entscheidet die Maßhaltigkeit über die Funktion. Die Bauteile sind klein, die geforderten Toleranzen liegen im µm-Bereich, und diese Präzision muss über die gesamte Standzeit erhalten bleiben.
Wir klären vor dem Angebot, ob ein Bauteil keramikgerecht ausgelegt ist und welcher Werkstoff die geforderte Genauigkeit dauerhaft trägt.
Herausforderungen erkennen
Verschleiß, Maßhaltigkeit oder Isolation: prüfen, was bei Ihnen an Grenzen stößt.
Passenden Werkstoff finden
ZrO₂, Al₂O₃ oder Sonderwerkstoff: wir ordnen ein, was zu Ihrer Geometrie und Belastung passt.
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Zeichnung oder Skizze vorhanden? Wir klären Machbarkeit und Toleranzen vorab.
Engste Toleranzen entstehen nicht aus dem Sinterprozess, sondern erst durch präzise Hartbearbeitung nach dem Brand.
Schon geringer Abrieb zerstört in der Mikrosystemtechnik die geforderte Genauigkeit. Metallische Werkstoffe erreichen die nötigen Standzeiten oft nicht.
Dünne Wandstärken, scharfe Innenkonturen und Bohrungen im Submillimeterbereich stoßen bei Standardwerkstoffen schnell an Grenzen.
Auf wenig Raum müssen Isolatoren spannungsfest trennen und gleichzeitig mechanisch und thermisch belastbar bleiben.
Unterschiedliche Ausdehnungskoeffizienten führen in Mischbaugruppen zu Passungsverlust oder Klemmen über Temperaturwechsel hinweg.
Nennen Sie uns Geometrie, geforderte Toleranz und Einbausituation. Wir prüfen Werkstoff und Machbarkeit.


Wer Toleranzkonzept und Geometrie früh abstimmt, vermeidet Schleifnacharbeit und Ausschuss bei kleinen Losgrößen.
wenige µm
erreichbare Fertigungstoleranz durch Schleifen und Läppen nach dem Brand.
> 10 %
Sinterschwindung beim Brand. Endmaße entstehen durch Hartbearbeitung, nicht aus dem Sinterprozess.
< 0,5 mm
realisierter Durchmesser von Schubstangen aus ZrO₂.
M1,2
durchgehende Innengewinde in einem Bauteil von 2,5 × 2,5 × 12 mm aus A-997.
unmagnetisch
ZrO₂ und Al₂O₃ beeinflussen elektronische oder magnetische Messungen nicht.
Antworten auf typische Fragen zu Toleranzen, Mindestabmessungen, elektrischer Isolation und Maßhaltigkeit keramischer Mikrobauteile.
Welche Toleranzen sind bei keramischen Mikrobauteilen erreichbar?
Toleranzen im µm-Bereich sind erreichbar, aber nicht direkt aus dem Sinterprozess. Keramik schwindet beim Brand über 10 %, allein gesintert liegen die Maße im Bereich von etwa ein bis zwei Prozent. Enge Endtoleranzen entstehen durch Hartbearbeitung nach dem Brand, also durch Schleifen, Läppen und Polieren. Welche Toleranz funktional nötig und wirtschaftlich sinnvoll ist, klären wir vor dem Angebot anhand von Funktion und Geometrie.
Welche Mindestabmessungen sind bei Keramik-Mikrobauteilen möglich?
Realisiert sind unter anderem Schubstangen mit einem Durchmesser unter 0,5 mm und durchgehende M1,2-Innengewinde in Bauteilen von wenigen Millimetern Kantenlänge. Möglich macht das die ultraschallgestützte CNC-Schleifbearbeitung, ergänzt durch Grünbearbeitung für Geometrien, die sich allein durch Schleifen nicht herstellen lassen.
Sind keramische Mikrobauteile elektrisch isolierend und unmagnetisch?
Ja. Oxidkeramiken wie ZrO₂ und Al₂O₃ isolieren zuverlässig und sind unmagnetisch. Das ist in Sensorik, Messtechnik und Halbleiter-Handling relevant. Für das Ultrahochvakuum bietet BCE geeignete Werkstoffe wie A-997: ohne relevantes Ausgasen, elektrisch isolierend und mechanisch stabil bis in den µm-Bereich.
Wie wird die Maßhaltigkeit über die gesamte Standzeit gehalten?
Bei keramischen Präzisionsbauteilen ist die Maßhaltigkeit über die Standzeit die eigentliche Designaufgabe. ZrO₂ verliert seine Geometrie nicht durch Abrieb wie gehärteter Stahl, weil die Härte deutlich darüber liegt. Entscheidend ist trotzdem die Werkstoffpaarung im Kontakt: Eine Keramik gegen eine zu weiche Gegenfläche kann diese ausschmirgeln. Die Auslegung der Tribopaarung gehört zur Werkstoffberatung vor dem Angebot.
Was bedeutet M1,2 — und warum ist das ein anspruchsvolles Gewinde in Keramik?
M1,2 ist eine metrische Gewindebezeichnung nach ISO: Die Zahl steht für den Nenndurchmesser in Millimetern. Ein M1,2-Gewinde hat also nur 1,2 mm Außendurchmesser, etwa so fein wie die Mine eines Druckbleistifts. In Stahl lässt es sich mit einem Gewindebohrer erzeugen, in Keramik nicht: Der spröde Werkstoff würde beim klassischen Gewindeschneiden ausbrechen. Solche Gewinde entstehen bei BCE entweder durch Grünbearbeitung vor dem Brand oder durch spezialisierte Hartbearbeitung. Sechs durchgehende M1,2-Gewinde in einem Bauteil von 2,5 × 2,5 × 12 mm zeigen, wie filigran BCE in der Mikrosystemtechnik fertigt.
Ein kurzes Gespräch genügt, um Machbarkeit und Werkstoff einzuordnen.