Technische Keramik für die Mikrosystemtechnik

MAßHALTIG IM µm-BEREICH, VERSCHLEISSFEST, PRÄZISETechnische Keramik für die Mikrosystemtechnik

In der Mikrosystemtechnik entscheidet die Maßhaltigkeit über die Funktion. Die Bauteile sind klein, die geforderten Toleranzen liegen im µm-Bereich, und diese Präzision muss über die gesamte Standzeit erhalten bleiben.

Wir klären vor dem Angebot, ob ein Bauteil keramikgerecht ausgelegt ist und welcher Werkstoff die geforderte Genauigkeit dauerhaft trägt.

  • Toleranzen im µm-Bereich durch Hartbearbeitung nach dem Brand
  • Verschleißfest, die Präzision bleibt über die Standzeit erhalten
  • Wärmedehnung von ZrO₂ nahe an gängigen Stahlwerkstoffen
  • Elektrisch isolierend, unmagnetisch, UHV-tauglich
  • Fertigung ab Stückzahl 1

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Verschleiß, Maßhaltigkeit oder Isolation: prüfen, was bei Ihnen an Grenzen stößt.

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ZrO₂, Al₂O₃ oder Sonderwerkstoff: wir ordnen ein, was zu Ihrer Geometrie und Belastung passt.

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Zeichnung oder Skizze vorhanden? Wir klären Machbarkeit und Toleranzen vorab.

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TYPISCHE PROBLEMEHerausforderungen in der Mikrosystemtechnik

Maßhaltigkeit im µm-Bereich

Engste Toleranzen entstehen nicht aus dem Sinterprozess, sondern erst durch präzise Hartbearbeitung nach dem Brand.

Verschleiß an Präzisionsflächen

Schon geringer Abrieb zerstört in der Mikrosystemtechnik die geforderte Genauigkeit. Metallische Werkstoffe erreichen die nötigen Standzeiten oft nicht.

Filigrane Geometrien und dünne Stege

Dünne Wandstärken, scharfe Innenkonturen und Bohrungen im Submillimeterbereich stoßen bei Standardwerkstoffen schnell an Grenzen.

Elektrische Isolation auf engem Raum

Auf wenig Raum müssen Isolatoren spannungsfest trennen und gleichzeitig mechanisch und thermisch belastbar bleiben.

Wärmedehnung in der Stahlpaarung

Unterschiedliche Ausdehnungskoeffizienten führen in Mischbaugruppen zu Passungsverlust oder Klemmen über Temperaturwechsel hinweg.

Maßhaltigkeit, Verschleiß oder Isolation auf engem Raum — welche Anforderung steht bei Ihnen im Vordergrund?

Nennen Sie uns Geometrie, geforderte Toleranz und Einbausituation. Wir prüfen Werkstoff und Machbarkeit.

LÖSUNGSLOGIKWarum wird technische Keramik in der Mikrosystemtechnik eingesetzt?

Technische Keramik für die Mikrosystemtechnik
Hochtemperatur-Analysetiegel

Vorteile technischer Keramik:

  • Härte hält Präzisionsflächen über lange Standzeiten maßhaltig
  • ZrO₂ verbindet Festigkeit und Zähigkeit auch bei kleinen Querschnitten
  • Wärmedehnung nahe an Stahl, stabile Passung in Mischbaugruppen
  • Elektrisch isolierend und unmagnetisch
  • Im Ultrahochvakuum einsetzbar
Technische Keramik für die Mikrosystemtechnik
Verschleißfeste Komponenten für Halbleiterhandlingssysteme

BCE Kompetenz für Ihr Projekt:

  • Ultraschallgestützte CNC-Schleifbearbeitung bis in den µm-Bereich
  • Grünbearbeitung für Geometrien, die das Schleifen nicht erreicht
  • Durchgehende Innengewinde ab M1,2 in Bauteilen weniger Millimeter Kantenlänge
  • Werkstoffberatung vor dem Angebot
  • Prototyp im selben Prozess wie das Serienteil

Typische Fehlentscheidungen in der Mikrosystemtechnik:

  • Sintertoleranz mit Endtoleranz verwechseln: Keramik schwindet beim Brand über 10 %, enge Maße entstehen erst durch Hartbearbeitung
  • Eine Metallgeometrie 1:1 übernehmen, ohne scharfe Kanten, dünne Stege und Innengewinde keramikgerecht auszulegen
  • Werkstoff allein nach Härte wählen, ohne die Wärmedehnung zur Stahlpaarung zu prüfen

Wer Toleranzkonzept und Geometrie früh abstimmt, vermeidet Schleifnacharbeit und Ausschuss bei kleinen Losgrößen.

WERKSTOFFEPassende Werkstoffe für die Mikrosystemtechnik

Zirkonoxid (ZrO₂)

Wann sinnvoll:
Erste Wahl für filigrane, mechanisch belastete Präzisionsteile, hohe Festigkeit und Zähigkeit, Wärmedehnung nahe Stahl.

Weniger geeignet:
Dauerbetrieb über 900 °C, Phasenumwandlung bei Temperaturwechsel beachten.

Aluminiumoxid (Al₂O₃)

Wann sinnvoll:
Isolations- und Verschleißaufgaben bei moderater Last, wirtschaftlich, in hoher Reinheit für die Sensorik verfügbar.

Weniger geeignet:
Hochdynamische Schlag- oder Biegelast an dünnen Stegen.

Mischoxide (ATZ / ZTA)

Wann sinnvoll:
Wenn Al₂O₃ zu spröde und ZrO₂ wirtschaftlich nicht nötig ist, ausgewogene Kombination aus Festigkeit und Zähigkeit.

Weniger geeignet:
Wenn die Anforderung allein durch ZrO₂ oder Al₂O₃ sauber abgedeckt wird — dann sind die einfacheren Werkstoffe wirtschaftlicher.

Sonderwerkstoffe (SiC, Si₃N₄, AlN, B₄C)

Wann sinnvoll:
Hohe Wärmeleitfähigkeit (AlN) für Substratträger, Extremtemperatur und höchster Verschleiß.

Weniger geeignet:
Aufwändiger und teurer zu fertigen als Oxidkeramiken.

KEY FACTSTechnische Kennwerte im Überblick

wenige µm

erreichbare Fertigungstoleranz durch Schleifen und Läppen nach dem Brand.

> 10 %

Sinterschwindung beim Brand. Endmaße entstehen durch Hartbearbeitung, nicht aus dem Sinterprozess.

< 0,5 mm

realisierter Durchmesser von Schubstangen aus ZrO₂.

M1,2

durchgehende Innengewinde in einem Bauteil von 2,5 × 2,5 × 12 mm aus A-997.

unmagnetisch

ZrO₂ und Al₂O₃ beeinflussen elektronische oder magnetische Messungen nicht.

PRAXISBEISPIELERealisierte Keramikbauteile aus der Mikrosystemtechnik

  • Kraftübertrager und Zungen, ultraschallgestützt bis auf wenige µm geschliffen
  • Elektrisch isolierende Probenhalterung mit sechs durchgehenden M1,2-Innengewinden aus A-997, Bauteilmaß 2,5 × 2,5 × 12 mm, für den UHV-Bereich, Anwendungstemperatur bis 1.750 °C
  • Positionierstiftchen aus ZrO₂
  • Schubstangen mit Durchmesser unter 0,5 mm aus ZrO₂

FAQHäufige Fragen aus der Mikrosystemtechnik

Antworten auf typische Fragen zu Toleranzen, Mindestabmessungen, elektrischer Isolation und Maßhaltigkeit keramischer Mikrobauteile.

Welche Toleranzen sind bei keramischen Mikrobauteilen erreichbar?

Toleranzen im µm-Bereich sind erreichbar, aber nicht direkt aus dem Sinterprozess. Keramik schwindet beim Brand über 10 %, allein gesintert liegen die Maße im Bereich von etwa ein bis zwei Prozent. Enge Endtoleranzen entstehen durch Hartbearbeitung nach dem Brand, also durch Schleifen, Läppen und Polieren. Welche Toleranz funktional nötig und wirtschaftlich sinnvoll ist, klären wir vor dem Angebot anhand von Funktion und Geometrie.

Welche Mindestabmessungen sind bei Keramik-Mikrobauteilen möglich?

Realisiert sind unter anderem Schubstangen mit einem Durchmesser unter 0,5 mm und durchgehende M1,2-Innengewinde in Bauteilen von wenigen Millimetern Kantenlänge. Möglich macht das die ultraschallgestützte CNC-Schleifbearbeitung, ergänzt durch Grünbearbeitung für Geometrien, die sich allein durch Schleifen nicht herstellen lassen.

Sind keramische Mikrobauteile elektrisch isolierend und unmagnetisch?

Ja. Oxidkeramiken wie ZrO₂ und Al₂O₃ isolieren zuverlässig und sind unmagnetisch. Das ist in Sensorik, Messtechnik und Halbleiter-Handling relevant. Für das Ultrahochvakuum bietet BCE geeignete Werkstoffe wie A-997: ohne relevantes Ausgasen, elektrisch isolierend und mechanisch stabil bis in den µm-Bereich.

Wie wird die Maßhaltigkeit über die gesamte Standzeit gehalten?

Bei keramischen Präzisionsbauteilen ist die Maßhaltigkeit über die Standzeit die eigentliche Designaufgabe. ZrO₂ verliert seine Geometrie nicht durch Abrieb wie gehärteter Stahl, weil die Härte deutlich darüber liegt. Entscheidend ist trotzdem die Werkstoffpaarung im Kontakt: Eine Keramik gegen eine zu weiche Gegenfläche kann diese ausschmirgeln. Die Auslegung der Tribopaarung gehört zur Werkstoffberatung vor dem Angebot.

Was bedeutet M1,2 — und warum ist das ein anspruchsvolles Gewinde in Keramik?

M1,2 ist eine metrische Gewindebezeichnung nach ISO: Die Zahl steht für den Nenndurchmesser in Millimetern. Ein M1,2-Gewinde hat also nur 1,2 mm Außendurchmesser, etwa so fein wie die Mine eines Druckbleistifts. In Stahl lässt es sich mit einem Gewindebohrer erzeugen, in Keramik nicht: Der spröde Werkstoff würde beim klassischen Gewindeschneiden ausbrechen. Solche Gewinde entstehen bei BCE entweder durch Grünbearbeitung vor dem Brand oder durch spezialisierte Hartbearbeitung. Sechs durchgehende M1,2-Gewinde in einem Bauteil von 2,5 × 2,5 × 12 mm zeigen, wie filigran BCE in der Mikrosystemtechnik fertigt.

Noch unsicher, ob Keramik für Ihr Mikrobauteil die richtige Wahl ist?

Ein kurzes Gespräch genügt, um Machbarkeit und Werkstoff einzuordnen.